Frauenfussball

Betreten Frauen Terrain, welches vorher von Männern dominiert wurde, stehen auch schon die ersten, meist männlichen, Kritiker bereit. Haben sich Frauen in der Berufswelt schon ihre umkämpfte Position erobert, wenn auch immer noch mit Nachteilen gegenüber Männern, so stellt dies speziell beim Thema Fußball, für manche noch eine zusätzliche Provokation dar. Schließlich ist “König Fußball” die Männerdomäne schlechthin. Da wird noch gemütlich bei einer Flasche Bier, zusammen mit Freunden vorm Fernseher das Spiel kommentiert und beurteilt, während die eigene Frau in der Küche steht und für das Essen sorgt. Da kann es schon irritierend wirken, wenn sich plötzlich weibliche Rundungen durch Trikot und Shorts abzeichnen.

Dabei ist Frauenfußball kein Trend, der erst in den letzten Jahren und Jahrzehnten in Mode gekommen ist. Wurde in Großbritannien seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Ballsportart von Mädchen noch ausschließlich in der Schule ausgeübt, so gab es bereits 1894 das erste weibliche Fußballteam, welches mit Hüten und Röcken bekleidet, offizielle Turniere bestritt.Zwischen den beiden Weltkriegen gewann die Sportart zunehmend an Popularität, was ganz einfach daraus resultierte, dass viele Männer in den Krieg ziehen mussten und die vorherige Männerdomäne von den Frauen besetzt wurde.

Dieser Aufschwung nahm nach dem 2. Weltkrieg wieder ab und offizieller Frauenfußball wurde teilweise sogar verboten, nur um in den 1970er Jahren, im Zuge der Emanzipation, erneut aufzublühen. Auch heute gilt Frauenfußball bei vielen noch immer als Randsportart, wird geduldet, belächelt, aber selten akzeptiert, obwohl einige Profimannschaften attraktiveren Fußball spielen, als so manches männliche Team. Ebenso sind Taktik und Ausdauer keine Attribute, die ausschließlich Männern vorbestimmt sind.

Ein häufig präsentes Thema, das von Kritikern gerne thematisiert wird, ist die Homosexualität vieler Spielerinnen. Dass die aber lediglich offener mit ihrer Sexualität umgehen als Männer, die es in der rauhenFußballwelt eher vermeiden sich zu outen, bleibt meistens unerwähnt. In der heutigen Zeit sollte es keine Rolle mehr spielen, ob Frauen stylish mit Sonnenbrille und Umhängetasche durch die Stadt flanieren oder auf dem Fußballplatz in Trikot und Shorts ihren “Mann” stehen.

Bestimmen Leistung und Leidenschaft das Spiel, ist es völlig unerheblich, ob ein Fußballteam aus Männern oder Frauen besteht.